Titelbild

09.11.2010

Neue Angebote der Behindertenhilfe in Bad Saulgau

Infostand am 20.11. beim Tag der offenen Tür in der neuen Klinik der Suchthilfe


In der Wallstraße in Bad Saulgau werden bald die Bagger anrollen. Hier entsteht ein neuer Standort der Behindertenhilfe. (Foto: Daniel Grünvogel)

„Auf zu neuen Ufern“ heißt die Devise in der Behindertenhilfe der Zieglerschen, einer diakonisch geprägten Einrichtung für Menschen mit geistiger Behinderung und Menschen mit Hör-Sprach- und zusätzlicher geistiger Behinderung. Nach der Suchthilfe wird auch die Behindertenhilfe in Bad Saulgau einen neuen Standort eröffnen. Bereits jetzt können hier individuelle ambulante Assistenzleistungen nachgefragt werden und ab 2012 werden 18 stationäre Wohnplätze, ein Platz zur Kurzzeitunterbringung sowie Beschäftigungsmöglichkeiten für Menschen mit Behinderung angeboten. „Wir freuen uns, dass wir für Bad Saulgau - insbesondere von der dortigen Stadtverwaltung und vom Sozialdezernat des Landkreises Sigmaringen- bereits 2009 sehr positive Signale zur Eröffnung eines neuen Standortes erhalten haben. Nach den tollen Erfahrungen mit unseren Außenwohngruppen in Ravensburg und Obereschach, die dort vor etwa vier Jahren eröffnet wurden, gehen wir in Bad Saulgau sehr positiv gestimmt an den Start“, erklärt Sven Lange, Fachlicher Geschäftsführer der Behindertenhilfe. Er ergänzt: „Die Entscheidung für Bad Saulgau lag vor allem an der sehr guten Infrastruktur und den vielfältigen Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung, die Bad Saulgau seinen Bürgerinnen und Bürgern bietet“. Die Schaffung von dezentralen und gemeindenahen Dienstleistungen hat nicht nur in den Zieglerschen Einzug gehalten. Sie liegt aus guten Gründen im Trend, da sie politisch, gesellschaftlich und auch von den betroffenen Personen selbst gefordert wird. „Dezentral“ bedeutet, dass Außenwohngruppen nicht an die Infrastruktur von Groß- und Komplexeinrichtungen angebunden sind, sondern an der Infrastruktur der Gemeinde vor Ort partizipieren. Dadurch ergeben sich unterschiedlichste Begegnungsmöglichkeiten und Alltagssituationen, die das selbstverständliche Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderung fördern. „Menschen mit Behinderungen bekommen ein ‚Wunsch- und Wahlrecht’ und können je nach Lebensstil entscheiden, ob sie eher in einem ländlichen Rahmen, in einer mittleren oder in einer großen Stadt wohnen möchten“, so Sven Lange. Diese Zielsetzung verfolgt auch die UN-Konvention für die Rechte von Menschen mit Behinderung, die seit 2009 in Deutschland in Kraft getreten ist. Sehr erfreut zeigt sich Sven Lange darüber, dass die Schaffung von dezentralen und gemeindenahen Dienstleistungen von der Aktion Mensch unterstützt wird. „Ohne die großzügige Förderung durch die Aktion Mensch und die Unterstützung durch den Kommunalverband für Jugend und Soziales Baden-Württemberg wären derartige Angebote nicht leistbar“, erklärt er. Wie geht es weiter? Ein neues Grundstück in Bad Saulgau für das Wohnangebot ist bereits gekauft. Es liegt in der Wallstraße Nr. 18 bei den Tennis- und Sportanlagen. Wo momentan noch das Gasthaus Schützen steht, sollen spätestens im Frühjahr 2011 die Bagger anrollen und Platz für neue Lebensräume für Menschen mit Behinderung schaffen. Ziel ist es, 2011 mit dem Bau zu beginnen. Dann könnten die ersten neuen Nachbarn bereits im Jahr 2012 einziehen. Am 20.11.2010, dem Tag der offenen Tür in der neuen Fachklinik der Suchthilfe in Bad Saulgau, wird auch die Behindertenhilfe mit einem Stand vertreten sein. Von 11:00 Uhr bis 17:00 Uhr haben die Besucher die Möglichkeit sich über zukünftige Angebote in der Region Bad Saulgau zu informieren.

Annette Scherer und Jürgen Schübel

Zurück