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05.07.2011 - Bad Saulgau

Neue Lebensräume für Menschen mit Behinderungen

Neuer Standort in Bad Saulgau


Hier entsteht der neue Standort der Zieglerschen Behindertenhilfe in Bad Saulgau. Jürgen Schübel (links, Projektleiter DeziBel) und Sven Lange (rechts, Fachlicher Geschäftsführer der Behindertenhilfe der Zieglerschen) präsentieren den neuen Standort. (Foto: Die Zieglerschen)

Die Bagger sind bereits angerollt und die Abbrucharbeiten bei den Tennis- und Sportanlagen in der Wallstraße 18 in Bad Saulgau sind im vollen Gange. Wo bisher der Gasthof Schützen stand, soll ein neues Gebäude der Zieglerschen Behindertenhilfe entstehen. Geplant ist, dass hier ein neues Haus mit Lebensräumen für Menschen mit Behinderungen entstehen und zum Ende des 2. Quartals 2012 bezogen werden soll. Neben 18 Plätzen in einer Wohngemeinschaft soll auch ein Platz zur Kurzzeitunterbringung geschaffen werden. Die Behindertenhilfe ist- ebenso wie die Suchthilfe, die kürzlich in Bad Saulgau die neue Klinik eingeweiht hat- ein 100-prozentiges Tochterunternehmen der Zieglerschen. Sie ist eine Einrichtung für Menschen mit Hör-Sprach- und zusätzlicher geistiger Behinderung. Die Schaffung von dezentralen und gemeindenahen Dienstleistungen hat nicht nur in den Zieglerschen Einzug gehalten. Sie liegt aus guten Gründen im Trend, da sie politisch, gesellschaftlich und auch von den betroffenen Personen selbst gefordert wird. „Dezentral“ bedeutet, dass Außenwohngruppen nicht an die Infrastruktur von Groß- und Komplexeinrichtungen angebunden sind, sondern an der Infrastruktur der Gemeinde vor Ort partizipieren. Dadurch ergeben sich unterschiedlichste Begegnungsmöglichkeiten und Alltagssituationen, die das selbstverständliche Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderung fördern. „Menschen mit Behinderungen bekommen ein ‚Wunsch- und Wahlrecht’ und können je nach Lebensstil entscheiden, ob sie eher in einem ländlichen Rahmen, in einer mittleren oder in einer großen Stadt wohnen möchten“, erklärt Sven Lange, Fachlicher Geschäftsführer in der Behindertenhilfe. Diese Zielsetzung verfolgt auch die UN-Konvention für die Rechte von Menschen mit Behinderung, die seit 2009 in Deutschland in Kraft getreten ist. Das Projekt wird gefördert und unterstützt durch die Aktion Mensch und den Kommunalverband für Jugend und Soziales Baden-Württemberg. „Anders wären derartige Angebote nicht leistbar. Aber auch die Stadtverwaltung Bad Saulgau sowie die Sozialverwaltung des Landkreises Sigmaringen sind uns bei der Realisierung dieses Projektes sehr unbürokratisch und mit Rat und Tat zur Seite gestanden“ erklärt Sven Lange.

Annette Scherer

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