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05.12.2010

Langlebigkeit verpflichtet

Wohnen und Leben im Alter in der Gemeinde Bempflingen


Inge Hafner bei ihrem Vortrag im Bempflinger Gemeindesaal

Ende November 2010 hatten die Gemeinde Bempflingen, die Diakoniestation Aich-Erms-Neckertal und die Zieglerschen - Seniorenzentrum Bempflingen zu einer gemeinsamen Veranstaltung mit dem Titel „Langlebigkeit verpflichtet - Wohnen und Leben im Alter" eingeladen. Als Referenten sprachen Inge Hafner, Altenhilfe Fachberatung im Landratsamt Esslingen und Bempflingens Bürgermeister Bernd Welser.

Das aufmerksame Publikum, zumeist ältere Mitbürgerinnen und Mitbürger, lauschte den Vorträgen der beiden Referenten mit viel Interesse. Auch die anschließende Diskussion war sehr lebhaft. Dabei waren die Themen Demenz und Betreutes Wohnen zu Hause die Themen, die bewegten.

Mit 80 Jahren den Alltag alleine meistern

Inge Hafner stellte in ihrem Vortrag heraus, dass sich das Älter werden sehr geändert hat. Die Menschen scheiden nicht mehr wie früher mit 70 Jahren, sondern heute oft bereits mit 60 Jahren aus dem Beruf aus und verfügen wie noch nie über gute körperliche und geistige Fähigkeiten und auch große finanzielle Möglichkeiten. Sie sehen sich konfrontiert mit einem langen Rentenalter, das gestaltet werden muss. Eine wichtige Botschaft von Hafner war, dass heute 70% der über 80-jährigen noch in der Lage sind, ihren Alltag zu meistern, „trotz zahlreicher Werbung über Treppenlifter in Zeitschriften", die uns ein anderes Bild vermitteln. Eine weitere tiefgreifende Veränderung ist die Vielzahl der Einpersonenhaushalte, in 30% der Fälle ohne Kinder. Dadurch müssen Ältere ihre Lebensphase für sich bewusst planen.

Drei mal 30 Minuten Bewegung

Inge Hafner zeigte auf, was jeder selbst dazu beitragen kann. Wichtig sei, körperlich und geistig gesund und fit zu bleiben, um das Sturzrisiko drastisch zu vermindern. „Ein trainierter 70jähriger ist genau so leistungsfähig wie ein untrainierter 50 jähriger", lautete ihre Botschaft. Mit drei Mal 30 Minuten Bewegung in der Woche könne man aber auch demenziellen Erkrankungen vorbeugen. Auf die Frage ans Publikum, wer sich so oft bewegen würde, hoben 80% die Hände, worauf Inge Hafner Bempflingen als aktive Gemeinde und Ausnahme lobte. Wer so lange wir möglich zu Hause leben will, wird in Zukunft auf seine Nachbarschaft angewiesen sein. Rechtzeitig müsse man sich darum kümmern, die Anonymität in der Nachbarschaft aktiv aufzulösen. Als Beispiel erzählte Hafner von der Bürgerinitiative Klosterviertel in Kirchheim unter Teck. Wichtig sei aber auch, dass Gemeinden und Bürgermeister das Thema Alt werden zu Hause für die Ortsplanung in den Blick nehmen, wie zum Beispiel längere Ampelphasen für Fußgänger oder für Rollatoren geeignete Wege, die über Plätze aus Kopfsteinpflaster führen.

Fitneß-Parcours am Lindenplatz

Bürgermeister Bernd Welser stellte die Angebote in Bempflingen vor und betonte, dass er offen für Denkanstöße aus der Bürgerschaft sei. Außerdem sei die Gemeinde gerade am überlegen, wie der Lindenplatz vor dem Seniorenzentrum "Im Dorf" neu gestaltet werden könne. Er erwähnte mit einem Schmunzeln, dass sie nach den Ausführungen von Inge Hafner über einen Fitness-Parcours für ältere Bürgerinnen und Bürger nachdenken müssten.

Aus der anschließenden Diskussion ergab sich der Wunsch des Publikums an das Seniorenzentrum „Im Dorf" nach einem Angebot für das Bewegungsprogramm „5 Esslinger". Außerdem wurden viele Fragen zum Umgang mit demenzerkrankten Personen und dem Betreuten Wohnen zu Hause gestellt. Inge Hafner wies dazu unter anderem auf die Vorträge von Herrn von Kutschenbach von SOFA Nürtingen zum Umgang mit demenzerkrankten Menschen und auf den Verein Neuffener Tal hin, zum Thema Betreutes Wohnen zu Hause.

Dagmar Hennings und Nicola Philipp

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