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13.12.2010

Einfühlsamer Umgang mit alten dementen Menschen

Fortbildung im Seniorenzentrum Aldingen


Im sogenannten Erinnerungszimmer im Seniorenzentrum Aldingen steht dieser Tisch mit altem Kaffeeservice und Kaffeemühle

Im Seniorenzentrum „Im Brühl" Aldingen hat eine Fortbildung  zum Thema  „Richtiger Umgang mit an Demenz erkrankten Bewohnern" stattgefunden. Vortragende waren die Mitarbeitenden Ellen Schellknecht, Ursel Hauser und Karin Korb, die sich im vergangenen Jahr in verschiedenen externen Fortbildungen zu diesem Thema weitergebildet hatten. Ihr Wissen gaben sie nun an Kollegen und Ehrenamtliche weiter.

„Stellen Sie sich vor, Sie steigen in Tokio aus dem Flugzeug, fremde Menschen gehen auf Sie zu, sprechen mit Ihnen und tun so, als ob sie Sie schon lange kennen...", so oder ähnlich wird es dem einen oder anderen an Alzheimer erkrankten Menschen ergehen. Ziel der Fortbildung war es, die Mitarbeitenden für dieses Krankheitsbild zu sensibilisieren.

Die Methode "Validation"

Eine Möglichkeit des einfühlsamen und verständnisvollen Umgangs ist die Validation, eine neue Form des verstehenden Umgangs mit alten, dementen Menschen nach Naomi Feil. Nach Naomi Feil reagiert ein alter Mensch, der desorientiert ist, im alltäglichen Leben nur durch Gefühle und nicht mit logischer Vernunft. Die Methodik der Validation beruht darin, diese Lebensumstände des alten Menschen zu akzeptieren und auf Bedürfnisse, Wünsche und Befindlichkeiten einzugehen. In einem Rollenspiel wurde das Verhalten einer dementen Bewohnerin sehr anschaulich dargestellt. Auch wenn der Geist, das Denken und die Orientierung nachlassen, bleibt die Gefühlswelt bis zum Schluss erhalten.

Erinnerungen und Rituale aus früherer Zeit spielen hierbei eine wichtige Rolle. Diese sollen mit Hilfe von alten Gebrauchsgegenständen wie zum Beispiel Kaffeemühle, altes Kaffeeservice und alte Fotoalben im neu eingerichteten „Erinnerungszimmer" im Seniorenzentrum wachgerufen werden. Ellen Schellknecht gab dazu wichtige Informationen aus medizinisch-pflegerischer Sicht.
 
Finger statt Besteck

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Ernährung. Die Nahrungsaufnahme ist bei dementen Menschen in einem bestimmten Stadium nicht mehr mit Besteck zu leisten. Da Essen und Trinken Leib und Seele zusammenhalten ist es wichtig, die alten Menschen zu motivieren, Nahrung zu sich zu nehmen. Karin Korb zeigte auf, dass alte Menschen in diesem Fall auch unkonventionell mit den Fingern essen können. Der Markt biete im Bereich „Fingerfood" so einiges an. Hierzu gab es einige Tipps und Angebote, die die Teilnehmer zum Abschluss in einer gemütlichen Runde selber kosteten.

Ab Januar wird es im Seniorenzentrum eine Kochgruppe geben, bei der Ehrenamtliche zusammen mit Bewohnern Gerichte wie früher zubereiten und anschließend in gemütlicher Runde zu sich nehmen.

Karin Korb und Gundi Saile

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