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20.09.2011

Zehn Jahre sind kein Alter

Offene Tür beim Betreuten Wohnen im Gomaringer Ilse-Graulich-Haus


Auch von außen ansprechend gestaltet: das llse-Graulich-Haus in Gomaringen.

Nichts Geringes sind zehn Jahre. Das IIse-Graulich-Haus in Gomaringen hat am Sonntag mit einem Tag der offenen Tür gezeigt, wie man ein solches Jubiläum begehen kann.

Gomaringen. "Erfüllt mit Leben", so werben "Die Zieglerschen" auch für die Wohnanlage für alte Menschen in der Gomaringer Hummelbergstraße. Nach dem Motto "So viel Selbstständigkeit wie möglich, so viel Hilfe wie nötig" wird hier älteren Menschen die Möglichkeit, ihr Leben in Würde zu gestalten. Seit zehn Jahren existiert das Haus, das zum Verbund evangelischer Altenheime gehört und in unmittelbarer Nachbarschaft zum Gustav-Schwab-Stift liegt.

Klaus Dieter spielte Hits aus alten Zeiten

Am Sonntag ging es nicht ganz so beschaulich zu wie sonst. Im Eingangsbereich und der Cafeteria drängten sich Besucher zusammen, zum Miteinandersprechen,
beim Maultaschenmittagessen oder bei Kaffee und Kuchen. Alleinunterhalter Klaus Dieter spielte dazu Hits aus den vergangenen Jahrzehnten. Dazwischen wuselten" Jungen, die sich mit ihren Eimerchen beim Losverkauf für die große Tombola hervortaten. Die Gewinne wurden in der Bibliothek ausgegeben.

Begonnen hatte der Tag mit einem Ökumenischen Gottesdienst in der Cafeteria des Stifts, es folgte eine Ausstellung von Bildern der Malgruppe, welche von der Malerin Livia Scholz-Breznay angeleitet wird. Landschaften und Blumenmotive werden von den Teilnehmern bevorzugt. Umrahmend spielte die Gomaringer Mundharmonikagruppe unter Leitung von Heiderose Riefler.

Das kulturelle Leben im Haus ist recht vielfältig ausgestaltet. Gerade war der ADAC da, um über das richtige Verhalten Älterer im Straßenverkehr zu informieren, demnächst, am 5. Oktober, steht ein Bastelnachmittag für Herbstdekorationen an, am 2. November zeigt Karlheinz Baumann seinen Fledermaus-Film "Warten bis es dunkel ist."

34 Wohnungen, nur drei sind frei

Lisa Kremsler-Hege von der veranstaltenden Volkshochschule lud die Gäste auch zu ihrem sonstigen breiten Angebot ein. Überall war etwas los, ob Kinderschminken, Sitztanzvorführung mit Rosi Kwiatkowski oder die Informationsstände der ortsansässigen Schloss-Apotheke, der Firma Brillinger und der Sozialstation Steinlach-Wiesaz.

Brigitte Forster, die in der Verwaltung des Schwab-Stiftes arbeitet, führte interessierte Besucher durchs Haus mit seinen 34 Wohnungen, von denen derzeit drei frei sind. Zwischen 30 und 70 Quadratmeter, behindertengerecht, mit Nasszelle, Balkon, oder Terrasse. Es gibt elf Eigentumswohnungen, bei den öffentlich geförderten reduziert sich die Miete, alle haben je einen großen Kellerraum. Das Gebäude ist optisch in die Farben rot, blau und grün eingeteilt, der besseren Orientierung wegen. Als besondere Attraktion gilt das Wohlfühlbad, das alleine, aber auch mit Hilfe der Sozialstation genutzt werden kann. Hierhin kommt aber auch der Friseur, "ein richtiger Treffpunkt".

Die Aussicht ist praktisch unbezahlbar

Täglich wird Kontakt mit den Bewohnern aufgenommen, Gabriele Maurer vom Sozialen Betreuungsdienst steht ihnen in ihrem Büro zu bestimmten Zeiten für Fragen und Probleme zur Verfügung. Ein Notrufsystem ist selbstverständlich. Ein Einkaufswagen kommt einmal in der Woche, der mit den nötigsten Lebensmitteln versorgt. Auch gibt es Einkaufsfahrten in der Umgebung, der Hausmeister des Gomaringer Gustav-Schwab-Stifts übernimmt diese Aufgabe, seit es keinen Zivildienstleistenden mehr gibt.

Nur den Restmüll müssen die Bewohner des Hauses selbst entsorgen, wer selbst nicht mehr recht putzen kann, kann die Nachbarschaftshilfe in Anspruch nehmen. Die wunderschöne Aussicht über die ganze Landschaft des Steinlachtals und die Anfänge der Alb ist praktisch unbezahlbar.

Info: Ilse-Graulich-Haus Gomaringen, Ansprechpartnerin: Gabriele Maurer, Sozialer Betreuungsdienst, Telefon 0 70 72 / 92 0839.

Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Schwäbischen Tagblatts, Steinlach-Bote, Autor Jürgen Jonas, Bild: Rippmann

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