03.07.2009
Ein Weihnachtsgeschenk mitten im Sommer
Das Seniorenzentrum Aitrach ist eröffnet

Architekt Herbert Gross übergibt den symbolischen Schlüssel für das Seniorenzentrum Aitrach an Hausleiterin Silvia Fakler
Professor Dr. Harald Rau, Vorstandsvorsitzender des Bauherrn und Betriebsträgers Zieglersche Anstalten e.V., bekräftigte die Worte von Pfarrer Huhn. „Als Diakonie wünschen wir uns Begegnung“. So wie heute sollen sich auch in Zukunft Kommune, Land, Mitarbeiter, Ehrenamtliche, Vereine und interessierte Bürgerinnen und Bürger im Seniorenzentrum treffen und begegnen. „Begegnung ist etwas, das uns allen gut tut“, so Rau.
Auch Paul Locherer, Mitglied des Landtags, betonte, dass ein
Miteinander in der Gemeinde wichtig sei, gerade auch zwischen den
Generationen. „Sie werden als Gemeinde viel gewinnen, wenn Sie das
Seniorenzentrum nutzen.“ Er freue sich besonders darüber, dass es
gelungen sei, entgegen dem Trend zur Metropolregion, Förderungen des
Landes in den ländlichen Raum zu holen.
Sozialdezernentin Diana E.
Raedler vom Landkreis Ravensburg blickte in ihrem Grußwort auf die
lange Entstehungsgeschichte des Seniorenzentrums Aitrach zurück. Mit
der Vorbereitung war schon um Juni 2001 begonnen worden. Mitte 2002
hatte der Beirat für Kreispflegeplanung dem Projekt in Aitrach Vorrang
eingeräumt, danach dauerte es noch weitere fünf Jahre, bis schließlich
mit den Bauarbeiten begonnen werden konnte. „Dafür ist der imposante
und schön gestaltete Neubau schon nach eineinhalb Jahren fertig
geworden“, lobte Raedler. Im Landkreis Ravensburg sind in den letzten
Jahren 2400 stationäre Pflegeplätze geschaffen worden. Laut Statistiken
werden bis 2015 2100 Plätze nötig sein.
Bürgermeister Kellenberger
drückte seine Freude darüber aus, dass das Seniorenzentrum mit den
Zieglerschen einen Partner hat, dem die Menschen wichtig sind, wo der
Mensch im Mittelpunkt steht. Im Mittelpunkt der Gemeinde, „auf dem
Sahnestück der Gemeinde“, steht das Seniorenzentrum Aitrach. Der
Dorfplatz vor dem Seniorenzentrum, mit Brunnen, Sitzmöglichkeiten und
Pergola soll bald zum Treffpunkt der Gemeinde werden. Kellenberger
dankte allen Spendern, die zusammen drei Viertel des Dorfbrunnens
bezahlt haben. Den Zieglerschen wünschte er ein stets gut ausgelastetes
Haus, Hausleiterin Silvia Fakler überreichte er einen Gutschein für
historische Bilder aus Aitrach.
Eva-Maria Armbruster, Fachliche
Geschäftsführerin der Altenhilfe der Zieglerschen, stellte eine hohe
Lebensqualität gerade auch bei schwerer Pflegebedürftigkeit als
oberstes Ziel im Seniorenzentrum heraus. Aktuelle Studien der
Universität Tübingen hätten ergeben, dass ältere Menschen von hoher
Lebensqualität sprechen, wenn gute soziale Rahmenbedingungen bestehen
und gute Kommunikation stattfindet. Im Seniorenzentrum Aitrach werden
viele verschiedene Pflegebedarfe gedeckt sein. Ein beschützender
Bereich mit Garten für demenziell erkrankte Menschen, stationäre
Dauerpflege, aber auch Angebote der Kurzzeit- und Tagespflege.
Armbruster dankte der Heimaufsicht, dass sie diese flexible Pflege
ermöglicht. Für eine gute Umsetzung sei aber das Miteinander zwischen
professionellen Pflegern und Ehrenamtlichen notwendig. Um das
Miteinander zu stärken, sei unter anderem das interne Fort- und
Weiterbildungsprogramm der Altenhilfe wichtig, das auch für
Ehrenamtliche offen sei, denn „gerade für Ehrenamtliche ist es wichtig,
sich Basiswissen zum Thema Demenz aneignen zu können. Nur so kann auch
die Scheu im Umgang mit demenziell Erkrankten überwunden werden.
Armbruster ist sich sicher, dass es im Seniorenzentrum weiterhin eine
gute Zusammenarbeit zwischen Gemeinde, Mitarbeitern und Bewohnern geben
werde. Sie ist überzeugt davon, dass „das Café in Aitrach der Renner
wird. “ Bereits jetzt gibt es ein ehrenamtliches Cafetaria-Team, so
dass das Café ab sofort die Türen zum Vorplatz öffnet, um zunächst
zweimal die Woche alle Besucher mit Kaffee und Kuchen versorgen zu
können.
Nach der Übergabe des symbolischen Schlüssels durch
Architekt Herbert Gross und der Einweihung des Dorfbrunnens im
strahlenden Sonnenschein, klang die Eröffnungsfeier mit einem
Abendessen aus. Bei kalten Getränken, Zwiebelrostbraten und
Spargelstrudel der Metzgerei Aumann wurde noch bis in den Abend hinein
im großen Essbereich des Seniorenzentrums gefeiert.
Nicola Philipp

