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10.11.2011

Hoffnung für die letzte Reise

Ausstellung der Hospizgruppe Wilhelmsdorf


Die Hospizgruppe Wilhelmsdorf begleitet Schwerkranke und Sterbende in der letzten Zeit ihres Lebens. „Hoffnung für die letzte Reise" ist der Titel einer Erlebnisausstellung, die bis 6. November im „Haus Burg" in Wil-helmsdorf zu sehen war. „Wir wollen Tod, Sterben und die eigene Endlichkeit aus dem Abseits heraus holen und suchten Möglichkeiten, wie das gelingen könnte", erläuterte Brigitte Seeland bei der Eröffnungsveranstaltung.
Stimmungsvoll wurde der Abend von Heiko Bräuning, dem Pfarrer der Zieglerschen, mit Worten und Liedern gestaltet, begleitet von Michael Schlierf mit meditativen Melodien am Klavier. Seit Beginn dieses Jahres leitet Brigitte Seeland die von Rolf Smid vor 12 Jahren in Trägerschaft der Zieglerschen gegründete Hospizgruppe, deren Anliegen es ist, den Menschen bis zuletzt ein Leben in Würde und Geborgenheit zu ermöglichen. Nach dem Vorbild einer Ausstellung von Annette und Lutz Barth im „Sinnenpark Bibel erleben" in Linkenheim hat die Hospizgruppe eine Erlebnisausstel-lung gestaltet, die den Besucher bis in den „Himmel" führt.

Am Anfang des Weges sind Koffer ausgestellt, die ganz unterschiedliche Menschen für „die letzte Reise" gepackt haben. Persönlich und anrührend wirken die Gepäckstücke, die mit Lieblingssachen und Symbolen gefüllt und einer kurzen Information über den Besitzer ergänzt sind. „Gottes Mülleimer" wartet darauf, alles aufzunehmen, was an Belastendem von den Besuchern auf Zettel geschrieben und hineingeworfen wird. Alle Stationen laden ein, nachzudenken und nachzuspüren, wo man im Leben steht, wo man hinwill, was beschwert und traurig macht und wofür man dankbar sein darf. Eine „Klagemauer" kann ebenso genutzt werden wie „Gottes Hände", in die Trauer, Enttäuschung und Schmerz gelegt werden können. Die Ausstellung bietet viele Möglichkeiten und Anregungen, sich aktiv oder passiv mit dem Thema Tod und Sterben auseinander zu setzen.

Zuletzt führt „der Weg des Todes" durch einen dunklen Gang hinein ins Licht des „Himmels", der eine Vielzahl schöner Vorstellungen, angelehnt an die zwölf Tore des himmlischen Jerusalem aus der Offenbarung, bereit hält. Ein Büchertisch mit Schriften zum Thema ergänzt die Ausstellung. Mit enorm viel Engagement, ausdrucksstarker Symbolik, Feinfühligkeit und Phantasie haben die Mitglieder der Hospizgruppe Wilhelmsdorf die neun Stationen der „Reise" gestaltet. Liebevolle Details rühren an, Fragestellungen und eindringliche Texte machen die Ausstellung zu einem tiefgehenden Erlebnis, das noch lange nachwirkt.

Petra Lanzer

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