18.01.2011
Weniger Vorgaben und mehr Flexibilität
Diesen Wunsch richtete die Altenhilfe der Zieglerschen an Landtagskandidat Walter Bauer, SPD

Suzana Tica, Klaus Maschek, Walter Bauer und Katrin Lizenberg
Von Ehrenamt und Fachkräften
Bürgermeister Welser betonte die zentrale Lage der Einrichtung mitten im Dorfkern. Tica lobte in diesem Zusammenhang vor allem die Zusammenarbeit mit BELA e.V. (Förderverein Bempflinger Engagement für Leben im Alter e.V) und die vielfältige Unterstützung durch weitere Ehrenamtliche. Sie seien die Brücke zur Gemeinde. Natürlich sprach die Runde auch über den Entwurf der neuen Heimpersonal-Verordnung. Diese legt vor allem strengere Vorgaben für den Personaleinsatz bei Tag und Nacht fest. Dagmar Hennings erklärte, dass die Umsetzung dieser Maßnahmen zwangsläufig dazu führt, dass die Träger die Mitarbeitenden weniger flexibel einsetzen können. „Dann können wir auch weniger auf die Bedürfnisse der Bewohnerinnen und Bewohner eingehen." Nicht nur die Qualität der Versorgung, sondern auch die Attraktivität der Arbeitsplätze leidet, denn die Mitarbeitenden wollen sich möglichst an den Bedürfnissen der Bewohner orientieren und nicht „Dienst nach Vorschrift" machen. „Kleine und wohnortnahe Pflegeheime wären im Endeffekt in ihrer Existenz gefährdet."
Weniger Vorgaben und mehr Flexibilität
Auf die Frage von Bauer, was die Einrichtungen sich wünschen würden, antwortete Hennings: „Wir wünschen uns weniger Vorgaben und mehr Flexibilität in der Organisationsgestaltung." Strukturen wie im Krankenhaus seien unbedingt zu vermeiden. Klaus Maschek betonte, wie wichtig es sei, dass die Pflegenden Zeit für die Bewohner hätten und nicht durch unnötigen Dokumentationsaufwand gebunden seien. Bauer pflichtete dem bei. Der Dokumentationsaufwand im Schulbereich sei in den letzten Jahren enorm gestiegen, darum könne er das gut nachvollziehen.
Ein weiteres Thema war der Fachkräftemangel. Die Runde diskutierte über die Möglichkeiten der Zusammenarbeit zwischen Seniorenzentrum und örtlichen Schulen. „Wir tragen dazu bei", so Katrin Lizenberg, Stellvertretende Hausleitung, „dass die Schüler über den Beruf der Altenpflege informiert werden und die Möglichkeit erhalten, in den Sommerferien bei uns reinzuschnuppern." Bauer schlug vor, dass man wie in der Industrie, eine Bildungspartnerschaft zwischen Seniorenzentrum und Schule aufbauen könnte. Dann könnten Schüler auch die Berufsinformationstage nutzen, um im Seniorenzentrum zu hospitieren. Voraussetzung dafür sei aber, so Tica, dass Berührungsängste abgebaut werden, die es ihrer Erfahrung nach teilweise unter den Leitungspersonen an Schulen gäbe.
Soziale Kompetenz ist sehr wichtig
Helga Geisel, die Vorsitzende von BELA e.V., betonte die Bedeutung der Politik. Sie müsse dazu beitragen, dass der Pflegeberuf in der Gesellschaft mehr anerkannt wird. „Arbeitslosigkeit damit zu bekämpfen, dass betroffene Personen in der Pflege arbeiten sollen, ist nicht der richtige Weg", sagte sie. Denn für diese Arbeit seien vor allem soziale Kompetenzen notwendig.
Während der anschließenden Hausbesichtigung zeigte sich Bauer sehr angetan von der warmen Atmosphäre im Haus. Er sei überzeugt von der guten Pflege, die hier geleistet wird. Er bedankte sich mehrmals über den herzlichen Empfang im Seniorenzentrum, das offene Gespräch und den anregenden Austausch über Fachthemen.Dagmar Hennings und Nicola Philipp

Altenhilfe