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18.01.2011

Weniger Vorgaben und mehr Flexibilität

Diesen Wunsch richtete die Altenhilfe der Zieglerschen an Landtagskandidat Walter Bauer, SPD


Suzana Tica, Klaus Maschek, Walter Bauer und Katrin Lizenberg

Zwischen den Jahren, am 27.12.2010 besuchte Landtagskandidat Walter Bauer, SPD, der Kreisrat und Fraktionsvorsitzender in Filderstadt ist, zusammen mit Bempflingens Bürgermeister das Seniorenzentrum Im Dorf Bempflingen der Zieglerschen. Begleitet wurden sie von Klaus Maschek, ehemaliger stellvertretender Bürgermeister von Bempflingen. „Mein Anliegen ist, die Menschen in meinem Wahlkreis kennenzulernen und mich von Fachleuten über die verschiedenen Themen vor Ort informieren zu lassen", sagte Walter Bauer. Bauer vertritt in seinem Wahlkreis die Themen Bildung und Soziales und ist selbst seit 2000 Realschulrektor und Schulleiter der Immanuel-Kant-Realschule in Leinfelden-Echterdingen. Bei Kaffee und Kuchen stellte Dagmar Hennings, Regionalleiterin der Zieglerschen Altenhilfe zunächst das Gesamtwerk mit seinen verschiedenen Hilfearten vor. Suzana Tica, Hausleiterin im Seniorenzentrum Bempflingen und Altentherapeutin Brunhilde Tichy informierten über das Seniorenzentrum Im Dorf und seine vielfältigen Angebote. „Hier im Seniorenzentrum findet eine wohnortnahe Versorgung der Bewohner statt, denn es ist wichtig, im Alter dort zu wohnen, wo man sich auskennt. Außerdem sind wir mit der Gemeinde Bempflingen stark vernetzt, denn nur so fühlen sich unsere Bewohner weiterhin in die Gemeinde integriert."

Von Ehrenamt und Fachkräften

Bürgermeister Welser betonte die zentrale Lage der Einrichtung mitten im Dorfkern. Tica lobte in diesem Zusammenhang vor allem die Zusammenarbeit mit BELA e.V. (Förderverein Bempflinger Engagement für Leben im Alter e.V) und die vielfältige Unterstützung durch weitere Ehrenamtliche. Sie seien die Brücke zur Gemeinde. Natürlich sprach die Runde auch über den Entwurf der neuen Heimpersonal-Verordnung. Diese legt vor allem strengere Vorgaben für den Personaleinsatz bei Tag und Nacht fest. Dagmar Hennings erklärte, dass die Umsetzung dieser Maßnahmen zwangsläufig dazu führt, dass die Träger die Mitarbeitenden weniger flexibel einsetzen können. „Dann können wir auch weniger auf die Bedürfnisse der Bewohnerinnen und Bewohner eingehen." Nicht nur die Qualität der Versorgung, sondern auch die Attraktivität der Arbeitsplätze leidet, denn die Mitarbeitenden wollen sich möglichst an den Bedürfnissen der Bewohner orientieren und nicht „Dienst nach Vorschrift" machen. „Kleine und wohnortnahe Pflegeheime wären im Endeffekt in ihrer Existenz gefährdet."


Weniger Vorgaben und mehr Flexibilität

Auf die Frage von Bauer, was die Einrichtungen sich wünschen würden, antwortete Hennings: „Wir wünschen uns weniger Vorgaben und mehr Flexibilität in der Organisationsgestaltung." Strukturen wie im Krankenhaus seien unbedingt zu vermeiden. Klaus Maschek betonte, wie wichtig es sei, dass die Pflegenden Zeit für die Bewohner hätten und nicht durch unnötigen Dokumentationsaufwand gebunden seien. Bauer pflichtete dem bei. Der Dokumentationsaufwand im Schulbereich sei in den letzten Jahren enorm gestiegen, darum könne er das gut nachvollziehen.

Ein weiteres Thema war der Fachkräftemangel. Die Runde diskutierte über die Möglichkeiten der Zusammenarbeit zwischen Seniorenzentrum und örtlichen Schulen. „Wir tragen dazu bei", so Katrin Lizenberg, Stellvertretende Hausleitung, „dass die Schüler über den Beruf der Altenpflege informiert werden und die Möglichkeit erhalten, in den Sommerferien bei uns reinzuschnuppern." Bauer schlug vor, dass man wie in der Industrie, eine Bildungspartnerschaft zwischen Seniorenzentrum und Schule aufbauen könnte. Dann könnten Schüler auch die Berufsinformationstage nutzen, um im Seniorenzentrum zu hospitieren. Voraussetzung dafür sei aber, so Tica, dass Berührungsängste abgebaut werden, die es ihrer Erfahrung nach teilweise unter den Leitungspersonen an Schulen gäbe.

Soziale Kompetenz ist sehr wichtig

Helga Geisel, die Vorsitzende von BELA e.V., betonte die Bedeutung der Politik. Sie müsse dazu beitragen, dass der Pflegeberuf in der Gesellschaft mehr anerkannt wird. „Arbeitslosigkeit damit zu bekämpfen, dass betroffene Personen in der Pflege arbeiten sollen, ist nicht der richtige Weg", sagte sie. Denn für diese Arbeit seien vor allem soziale Kompetenzen notwendig.

Während der anschließenden Hausbesichtigung zeigte sich Bauer sehr angetan von der warmen Atmosphäre im Haus. Er sei überzeugt von der guten Pflege, die hier geleistet wird. Er bedankte sich mehrmals über den herzlichen Empfang im Seniorenzentrum, das offene Gespräch und den anregenden Austausch über Fachthemen.

Dagmar Hennings und Nicola Philipp

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