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15.05.2009

Palliative Care oder die liebevolle Ummantelung in der letzten Lebensphase

Neuer Schwerpunkt im Seniorenzentrum Aldingen


Auftaktveranstaltung zum Thema Palliative Care mit Mitarbeitern und Ehrenamtlichen im Seniorenzentrum "Im Brühl" Aldingen

Vergangene Woche hat das Team des Seniorenzentrums „Im Brühl“ in Aldingen die Fortbildungen zum Thema Palliative Care gestartet. An der ersten Fortbildung nahmen 18 Mitarbeiter, darunter fünf Ehrenamtliche teil. Die Referentin Ingeborg Burkhardt, Fachschwester für Palliative Care der Elisabeth-Kübler-Ross-Stiftung, erläuterte nicht nur umfassend den Begriff Palliative Care, sondern veranschaulichte die verschiedenen Prinzipien von Palliative Care mit zahlreichen Erfahrungsberichten. 

Palliative Care bedeutet wörtlich übersetzt: "Die liebevolle Ummantelung in der letzten Lebensphase/Lebenskrise“. Palliative Care möchte Lebensqualität bieten und dies durch vorbeugende Maßnahmen und Linderung von Schmerzen erreichen. Typische Symptome der letzten Lebensphase wie Atemnot, Nahrungsverweigerung und Angst, die oft mit einem Krankenhausaufenthalt gelöst werden, sollen möglichst innerhalb der vertrauten vier Wänden behandelt und begleitet werden. „Das ist eines der Ziele, das wir mit Palliative Care erreichen wollen: Wir wollen den Bewohnern bis zuletzt ein zu Hause mit professioneller Pflege und Zuwendung bieten und sie in ihrer letzten Lebensphase möglichst nicht in die Unpersönlichkeit eines Krankenhauses schicken müssen“, so Gundi Saile, Hausleiterin des Seniorenzentrums „Im Brühl“. Dazu sei die Einbeziehung von Angehörigen und Freunden immens wichtig und hohe Flexibilität und Kreativität aller Beteiligten gefragt.

Um sich auf diese Situationen einzustimmen, tauschten sich die Teilnehmer während der Auftaktveranstaltung intensiv über ihre ganz persönlichen Wünsche, Vorstellungen und Phantasien zur eigenen vorgestellten Sterbephase aus. Dabei wurde nicht nur die körperlicher Dimension betrachtet, sondern vor allem die soziale, psychische und spirituelle Dimension. „Es war ganz schön schwierig, mir meine eigene Sterbephase vorzustellen und daraus die Erwartungen abzuleiten, die ich dann an mein direktes Umfeld stellen würde. Aber es war als Einstieg in das Thema total gut, dass wir uns soviel Zeit dafür nehmen konnten“, so Monika Paulus, Pflegehelferin im Seniorenzentrum „Im Brühl“.

Als weitere Maßnahmen zum Ausbau des Schwerpunktes Palliative Care wollen die Mitarbeiter des Seniorenzentrums eng mit den örtlichen Hospizgruppen kooperieren. Außerdem stehen weitere Fortbildungen auf dem Programm. Auf diese Weise wird ein Kompetenzteam aufgebaut und das Seniorenzentrum „Im Brühl“ wird in Zukunft noch besser auf die Bedürfnisse der Bewohner eingehen können. Dazu Saile: „Wir achten die Würde und Rechte unserer Bewohner in allen Lebenslagen und fördern die größtmögliche Selbstbestimmung. So steht es in unserem Leitbild, und so machen wir es auch“.

Nicola Philipp

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