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09.11.2010

Ärzte und Pflegekräfte arbeiten Hand in Hand

Hausärzte und Hausleiterinnen der Seniorenzentren Wannweil, Kusterdingen und Kirchentellinsfurt treffen sich zum gemeinsamen Austausch


Gute Zusammenarbeit zwischen Arzt und Pflege ist für die Medikamentengabe sehr wichtig

Klare Absprachen zwischen Ärzten und Pflegekräften sind die Grundlage für eine gute medizinische Versorgung der Bewohnerinnen und Bewohner. Doch in der Presse liest man immer wieder, dass Pflegeeinrichtungen Schwierigkeiten haben, Hausärzte zu finden, die ihre Patienten direkt im Pflegeheim besuchen. Grund dafür ist vor allem die geringe Entlohnung der Ärzte, die für die Besuche im Pflegeheim 35,00€ pro Quartal und Bewohner erhalten. Für Bewohner, die zunehmend pflegebedürftig werden, bedeutet es einen sehr hohen Aufwand, die Arztpraxis aufzusuchen. Vor allem, wenn sie dabei auf Unterstützung angewiesen sind.

Hausleitungen treffen sich mit Hausärzten

Dieses Problem gibt es zum Glück weder in Wannweil, noch in Kusterdingen oder Kirchentellinsfurt. An diesen Standorten betreiben die Zieglerschen drei kleine Seniorenzentren, die von Mirjam App, Christine Wagels und Gabriele Henger geleitet werden. Sogar das Gegenteil ist hier der Fall. Vor einigen Tagen trafen sich die drei Hausleiterinnen mit acht Hausärzten aus der Region. Sie deckten Verbesserungsbereiche in der Zusammenarbeit auf, trafen Vereinbarungen und besprachen einige Einzelfälle. In Zukunft sollen die Besprechungen auch Raum für fachliche Themen bieten, zum Beispiel die Auswirkung einer Vielzahl an Medikamenten auf die Sturzgefahr.

Zusammenarbeit zwischen Arzt und Pflege

„Wir möchten so gut es geht, Krankenhausaufenthalte der Bewohnerinnen und Bewohner vermeiden. Und dies ist nur durch eine reibungslose Zusammenarbeit zwischen Arzt und Pflege möglich", sagte Dr. Gerd Brühl, der zur Veranstaltung eingeladen hatte. Einig sind sich die Hausärzte darin, dass die ländliche Umgebung zu einer stärkeren Vernetzung beiträgt, auch weil man sich untereinander einfach besser kennt. Hier können sich drei Hausleiterinnen und acht Hausärzten treffen, die zusammen fast alle Bewohner in den drei Seniorenzentren der Zieglerschen betreuen. „In Tübingen kommen auf 46 Bewohner 40 verschiedene Hausärzte", bestätigte Dagmar Hennings, die auch das Karolinenstift in Tübingen betreut und darum die Unterschiede zwischen Land und Stadt sehr gut kennt.

„Wir können diesen Austausch nur empfehlen und legen es anderen Gemeinden ans Herz, unserem Beispiel zu folgen", betonte Christine Wagels, Hausleiterin im Gemeindepflegehaus Härten in Kusterdingen.

Dagmar Hennings und Nicola Philipp

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