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01.12.2010

Höchstes Ehrenzeichen der Landeskirche für Walter Hofmann


Prälatin Gabriele Wulz überreicht Walter Hofmann die Johannes-Brenz-Medaille Foto: Jürgen Schmale

Walter Hofmann, 72, hat nach 18 Jahren als Vorsitzender des Aufsichtsrats der Zieglerschen sein Amt in jüngere Hände gelegt. Die Mitgliederversammlung des Diakonischen Unternehmens mit Sitz in Wilhelmsdorf, Kreis Ravensburg, wählte Oberkirchenrat Werner Baur, 58, am Vorabend des 1. Advent einstimmig zum neuen Aufsichtsratsvorsitzenden. Der Friedrichshafener Walter Hofmann wurde anlässlich eines Festgottesdienstes im Wilhelmsdorfer Betsaal mit der Johannes-Brenz-Medaille ausgezeichnet. Die Ulmer Prälatin Gabriele Wulz übergab ihm das höchste Ehrenzeichen der württembergischen Landeskirche für sein ungewöhnliches und Jahrzehnte langes ehrenamtliches Wirken in Kirche und Diakonie. 34 Jahre lang war der frühere Sparkassendirektor Walter Hofmann Mitglied der Mitgliederversammlung der Zieglerschen. Der Wilhelmsdorfer Bürgermeister Dr. Hans Gerstlauer, einst selbst viele Jahre lang Mitglied des Aufsichtsgremiums, strich heraus, dass „unter Ihrer Ägide die 50 Jahre diskutierte Strukturfrage der Zieglerschen gelöst worden ist": Hofmann hatte als Aufsichtsratsvorsitzender entscheidenden Anteil an der Weiterentwicklung der Zieglerschen zur heutigen Unternehmensverfassung mit hauptamtlichem Vorstand und rechtlich selbstständigen Tochtergesellschaften. Gerstlauer ließ einige Stationen noch einmal Revue passieren, so etwa die großen Bauprojekte der Zieglerschen in den 70er, 80er und 90er Jahren. Vom Sprachheilzentrum in Ravensburg bis zum Neubau der Fachklinik Höchsten in Bad Saulgau, den die Patientinnen am selben Tag bezogen, schlug Gerstlauer einen großen Bogen. Hofmann habe auch den Mut gehabt, zur Aufgabe von Arbeitsbereichen zu stehen, wenn sie nicht mehr zeitgemäß waren. Die von den Zieglerschen getragene private Oberstufe des Gymnasiums ging Ende der 90er Jahre in die Trägerschaft der Gemeinde über, die traditionsreichen Wilhelmsdorfer Internate wurden geschlossen. Hofmanns Engagement und das seines langjährigen Stellvertreters Eberhard Sohn, der ebenfalls verabschiedet wurde, reichten zurück in eine Zeit, in der noch nicht Marktbedingungen die Arbeit der Diakonie prägten. Beide hätten die Entwicklung „von der Hausvaterdiakonie zum modernen Sozialunternehmen, von einfachen Regelwerken zu einer krakenhaft gewachsenen Sozialgesetzgebung" verantwortlich und vorausschauend gestaltet. Prof. Harald Rau, Vorstandsvorsitzender der Zieglerschen und sein kaufmännischer Kollege Rolf Baumann, attestierten Walter Hofmann und Eberhard Sohn, dass es ihnen stets gelungen sei, „Besonnenheit und Offenheit für Neues gut miteinander zu verbinden". In der Gremienarbeit seien „Sachebene, Beziehungsebene und geistliche Ebene" stets zusammengekommen. Beide hätten ihr Ehrenamt nie für persönliche Profilierung benutzt und hohes Pflicht- und Verantwortungsbewusstsein bewiesen: „Sie haben nie gekniffen und geklagt".
Walter Hofmann zeigt sich dankbar, Teil der Gemeinschaft der Zieglerschen gewesen zu sein. Er dankte zuvorderst den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, der Arbeit er als „fachkundig, zuwendend,. dabei aber immer unspektakulär" erlebt habe. Er dankte auch den Vorständen und ihren Abteilungen sowie seinen Kollegen im Aufsichtsrat. Hofmann überreichte seinem Nachfolger Werner Baur einen echten Staffelstab.

Christof Schrade

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