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06.09.2011

Nur noch wenige Plätze für Freiwillige in Wilhelmsdorf

Erstmals beginnen auch "Bufdis" ihren Dienst bei den Zieglerschen


Mehr als 50 junge Menschen haben in Wilhelmsdorf und der Haslachmühle am
1. September einen Freiwilligendienst angetreten. Foto: Christof Schrade

Sie kommen von fern und nah: aus Kenia, Bulgarien, Brasilien, Kirgisien und der Ukraine, aber natürlich auch aus Oberschwaben. Und manche sogar aus dem „Unterland": 53 junge Menschen haben am 1. September ihren Freiwilligendienst in Wilhelmsdorf bei den Zieglerschen begonnen.
Sie werden in den Einrichtungen der Behindertenhilfe, in der Suchtkrankenhilfe und in der Jugendhilfe arbeiten. Der Freiwilligendienst bei den Zieglerschen ist begehrt. In Wilhelmsdorf und der Haslachmühle beispielsweise sind nur noch wenige Plätze frei.

Für mehrere Jahrzehnte und bis im Sommer dieses Jahres war die Welt der Freiwilligen einigermaßen überschaubar: es gab die Zivis, die man früher auch Kriegsdienstverweigerer nannte, und es gab diejenigen, die ein FSJ, ein freiwilliges soziales Jahr, absolvierten. Zivis waren junge Männer, weil Frauen ja nicht der Wehrpflicht unterlagen, FSJlerinnen waren so gut wie immer junge Frauen.

Nun ist die Freiwilligen-Welt bunter geworden. Erstmals sind unter den Neuen auch „Bufdis". Die Diakonie Württemberg ist ganz stolz, dieses Wort in Anlehnung an die „Zivis" geprägt zu haben. Von Württemberg aus, so erzählt man im Diakonischen Werk in Stuttgart sehr gern, hat sich das Wort „Bufdi" schnell bundesweit verbreitet. Es steht für diejenigen, die den neuen Bundesfreiwilligendienst absolvieren. Vier „Bufdis" sind also am Start. Ihr Dienst dauert in der Regel ein Jahr, kann aber auf bis zu 18 Monate verlängert werden. Drei junge Leute unter den Wilhelmsdorfer Freiwilligen haben sich für das sogenannte „FSJ plus" entschieden, das es seit ein paar Jahren gibt und das weithin als Erfolgsmodell gilt. Wer „FSJ+" macht, ist zwar zwei Jahre im Einsatz, drückt aber in der Zeit auch intensiv die Schulbank und hat am Ende einen mittleren Bildungsabschluss in der Tasche. Dann gibt es diejenigen, die das ganz normale Freiwillige Soziale Jahr absolvieren. Sie sind deutlich in der Mehrheit unter den Freiwilligen. Schließlich gibt es noch etliche Vorpraktikantinnen, die sich für eine Ausbildung im sozialen Bereich interessieren und „Verlängerer", die an ihr eigentlich einjähriges Freiwilliges Soziales Jahr noch sechs Monate dranhängen.

So unterschiedlich sie in ihren Interessen, ihrer Hautfarbe, ihrer Herkunft, ihrer Muttersprache und -kultur sein mögen, so werden doch alle Freiwilligen während ihres Dienstes in den Zieglerschen intensiv begleitet, wie Ines Römpp und Kathrin Wetzel berichten. Die beiden sind Ansprechpartnerinnen für alle Belange der Freiwilligen, bei ihnen laufen auch alle Bewerbungen und Anfragen zusammen. Noch gibt es wenige freie Stellen für Leute, die noch in diesem Jahr einen Freiwilligendienst beginnen möchten. Wer sich darüber informieren will oder sich gleich bewerben will, wendet sich an Kathrin Wetzel, Telefon 07503 929-458 oder an Ines Römpp, 07503 929-258

Christof Schrade

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