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04.08.2009

Öko-Heizzentrale für Wilhelmsdorf

TWS, Gemeinde und "Die Zieglerschen" unterzeichnen Vertrag


Sie unterschreiben die Verträge für die weithin einzigartige Energie-Kooperation: (v.l.n.r.) Helmut Hertle, Geschäftsführer der TWS Netz, der Wilhelmsdorfer Bürgermeister Dr. Hans Gerstlauer, Rolf Baumann, Kaufmännischer Vorstand der Zieglerschen und Dr. Andreas Thiel-Böhm, TWS-Geschäftsführer. Foto: Die Zieglerschen

Die TWS Netz GmbH baut in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Wilhelmsdorf und dem Sozialunternehmen „Die Zieglerschen“ eine Heizzentrale, die hauptsächlich Wärme aus Holzhackschnitzeln liefert. Ab Herbst soll die Anlage 42 Gebäude in Wilhelmsdorf versorgen. Heute unterzeichneten die drei Partner den Vertrag.

Die meisten Gebäude in Wilhelmsdorf, die öffentlichen und sozialen Zwecken dienen, werden künftig von der neuen Heizzentrale versorgt. Bislang wurden sie mit Gas geheizt. Der jährliche Wärmebedarf beträgt rund 6.000 Megawattstunden. Das entspricht dem durchschnittlichen Jahresverbrauch von etwa 300 Einfamilienhäusern. Die neue Anlage soll im April 2010 in Betrieb gehen. Die TWS investiert hierfür rund zwei Millionen Euro.

Die neue Heizzentrale soll nicht nur Wärme liefern, sondern auch die Umwelt schützen: Knapp 65 Prozent der benötigten Heizenergie werden durch Holzhackschnitzel erzeugt. Auch die bisher ungenutzte Abwärme einer nahen Biogasanlage wird in das Nahwärmenetz eingespeist. Erdgas wird noch zu etwa zehn Prozent eingesetzt.

Zeitgleich werden die Heizungsanlagen der „Zieglerschen“ und einiger kommunalen Gebäuden erneuert, damit sie effizienter arbeiten.

„Mit diesem neuen Energiekonzept werden ab April 2010 voraussichtlich rund 1.200 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr weniger ausgestoßen. Das entspricht einer Verringerung der CO2-Emissionen um rund 84 Prozent “, erklärt Helmut Hertle, Geschäftsführer der TWS Netz GmbH. „Bei der Umsetzung des Projektes ist es uns wichtig mit regionalen Partnern zusammenzuarbeiten. Dies betrifft sowohl die Planungs- und Bauphase als auch den späteren Betrieb, insbesondere die Lieferung von Holzhackschnitzeln“.

„Einsatz regenerativer Energien und kommunaler Klimaschutz stehen seit Jahren ganz vorne auf der Agenda der Gemeinde Wilhelmsdorf. Schon vor drei Jahren hat die Gemeinde in ihrem Teilort Pfrungen zusammen mit der TWS ein Nahwärme-Verbundsystem installiert, an das zwischenzeitlich zahlreiche private und öffentliche Gebäude angeschlossen sind“, erläuterte Bürgermeister Dr. Hans Gerstlauer.

„Die Zieglerschen setzen seit mehreren Jahren konsequent auf Energieeffizienz“, erklärte Rolf Baumann, kaufmännischer Vorstand der „Zieglerschen“. „Wir haben für alle Hauptstandorte Energiekonzepte erarbeitet und setzen diese bei der Instandhaltung und Erneuerung der technischen Anlagen sukzessive um. Dafür haben wir eigens einen Spezialisten eingestellt.“

Die Zieglerschen und die Gemeinde Wilhelmsdorf hatten für den Bau der Heizzentrale einen Ideenwettbewerb ausgeschrieben. Die TWS überzeugte dabei mit einem besonders wirtschaftlichen und ökologisch nachhaltigen Energieversorgungskonzept. „Wir freuen uns, dass wir die Ausschreibung für uns entscheiden konnten“, sagt TWS-Geschäftsführer Dr. Andreas Thiel-Böhm. „Das zeigt einmal mehr, dass wir beim Thema Wärmeversorgung mit regenerativen Energien ein kompetenter und gefragter Partner sind.“

Christof Schrade

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