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31.07.2011

JUST stellt Betrieb zum 31. Juli ein


JUST, die Jugendsuchttherapie auf dem Rahlenhof vor den Toren Ravensburgs, hat seine Arbeit zum 31. Juli 2011 beendet. Darauf hatten sich die Träger dieses landesweit einzigartigen Angebots in Abstimmung mit dem Sozialministerium geeinigt. Fachlich war JUST nie umstritten, die Erfolge sind klar nachweisbar. Allerdings ist es nie gelungen, eine solide und dauerhafte Finanzierung zu erreichen. JUST musste seine Arbeit also vor allem aus wirtschaftlichen Gründen einstellen. Verantwortliche des ZfP Südwürttemberg und der Zieglerschen bedauern diese Entscheidung in einer gemeinsamen Pressemitteilung außerordentlich.


JUST, das 16 Behandlungsplätze für eine Langzeitrehabilitation schwer suchtkranker Jugendlicher im Alter von 14 bis 18 Jahren angeboten hatte, war im November 2007 von Landes-Sozialministerin Dr. Monika Stolz persönlich eröffnet worden. Suchthilfe- und Jugendhilfeexperten aus dem ganzen Land hatten dieses Angebot für dringend erforderlich gehalten und die Eröffnung begeistert begrüßt. Neu an JUST war nicht nur das integrative Therapiekonzept, das von Experten der Suchttherapie, der Kinder- und Jugendpsychiatrie und der Jugendhilfe gemeinsam erarbeitet worden war. Neu war auch das Finanzierungsmodell: die Kosten für die Langzeittherapie teilten sich der zuständige Jugendhilfeträger, die Krankenkassen und die Deutsche Rentenversicherung.

Alle Beteiligten, auch die beteiligten Kostenträger Jugendhilfe, Krankenversicherung und Rentenversicherung hätten sich sehr viel vorgenommen und guten Willen gehabt, so die beiden Geschäftsführer Prof. Dr. Renate Schepker und Uwe Fischer in einem Resümee. Das Finanzierungsmodell „über Grenzen der Sozialgesetzbücher hinweg" sei genau so beispielhaft gewesen wie die Projektvereinbarung insgesamt und die fachlichen Ergebnisse. Die schwer suchtkranken Jugendlichen, die bei JUST aufgenommen wurden, hätten nach oft vielen vergeblichen Anläufen hier ein erfolgreiches Behandlungsangebot gehabt. Allerdings stellten die Träger fest, dass die Finanzierung bisher dauerhaft nicht ausreichend war, der Zugang zu hochschwellig und „dass wohl keine Aussicht besteht, das Projekt trotz seiner unabweisbaren Erfolge in eine Regelfinanzierung zu überführen".

Mit den Jugendlichen, von denen fünf im Sommer 2011 noch in der Klinikschule der Zentren für Psychiatrie Südwürttemberg ihren Hauptschulabschluss erreichten, wurden gemeinsam mit den zuständigen Jugendämtern und den Familien individuell fortführende Hilfen erarbeitet, so dass nach dem Abschluss der Maßnahme bei JUST jede und jeder eine Perspektive für sich hatte. Jeder Mitarbeiterin und jedem Mitarbeiter konnte darüber hinaus eine Weiterbeschäftigung mit ihrem jeweiligen Stellenumfang in den Häusern des ZfP oder der Zieglerschen angeboten werden.


Christof Schrade

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