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02.09.2010

Sucht ist ein Lebensthema

Ministerpräsident Stefan Mappus besucht Ringgenhof


Zeigte sich als interessierter Zuhörer: Stefan Mappus zu Besuch auf dem Ringgenhof

Hoher Besuch in der Suchthilfe der Zieglerschen. Baden-Württembergs Ministerpräsident Stefan Mappus hat im Zuge seiner Sommertour 2010 das Fachkrankenhaus Ringgenhof in Wilhelmsdorf besucht. Dabei informierte er sich über die Arbeit der Klinik, in der suchtkranke Männer eine medizinische Rehabilitation durchlaufen.

Gespannte Stimmung herrschte an diesem Mittwoch unter den Patienten und Mitarbeitenden des Fachkrankenhauses Ringgenhof. Ministerpräsident Stefan Mappus hatte sich zu Besuch angemeldet. Mit knapp zwanzigminütiger Verspätung traf dann auch der „Mapbus" auf dem Klinikgelände ein. Begrüßt durch die Vorstände der Zieglerschen, Professor Dr. Harald Rau und Rolf Baumann, sowie die Fachliche Geschäftsführerin der Suchthilfe, Dr. Ursula Fennen, begann der Regierungschef von Baden-Württemberg zügig seinen Klinikbesuch. Klinikleitung und Patienten führten Mappus über das Gelände und erläuterten den Therapiealttag einer Rehaklinik für suchterkrankte Männer.
Patientinnen des Fachkrankenhauses Höchsten versorgten nach dem Rundgang den Ministerpräsidenten und die Besucher mit alkoholfreien Mixgetränken. In der Kirche am Weg dann gab es Gelegenheit zum persönlichen Austausch zwischen dem Politiker Mappus und Patienten. Dabei gewährten die Patienten dem CDU-Mann Einblicke in ihre persönliche Lebensbiografie und ihren Weg in die Sucht. Ein 32-jähriger Patient aus Regensburg mit polytoxischer Diagnose berichtete dem Ministerpräsidenten von seiner Erkrankung und dem Weg auf den Ringgenhof: „Ich habe in Bayern keine schöne Klinik gefunden", berichtete dieser, „deshalb bin ich auf den Ringgenhof gekommen." Der Baden-Württemberger Mappus quittierte dies mit einem durchaus zufriedenen Lächeln. Ein Mitpatient, ein 33-jähriger Maschinenbauingenieur aus Göppingen, forderte, dass die Politik mehr dazu beitragen müsse, dass Alkoholismus in der Gesellschaft als schwere Krankheit anerkannt werde. „Immer noch ist bei vielen das Bild des saufenden Penners am Bahnhof verankert."
Thomas Greitzke, Therapeutischer Leiter des Fachkrankenhauses Ringgenhof, plädierte dafür, dass sich die Bedingungen für die Reha mit suchtkranken Menschen nicht weiter verschlechtern dürften. Der Faktor Zeit sei von großer Bedeutung und gerade in Zeiten stetiger Therapiezeitverkürzung ein brisantes Thema. Greitzke: „Die Bewältigung der Sucht ist ein Lebensthema." Ein Beispiel für gute und erfolgreiche Arbeit, wie sie zum Beispiel auf dem Ringgenhof geleistet werde, seien die hohen Abstinenzquoten von bis zu 70 Prozent ein Jahr nach Therapieende.
Professor Dr. Harald Rau bemängelte den geplanten Ausschluss von Hartz-IV-Empfängern von Rehaleistungen, die durch die gesetzliche Rentenversicherung finanziert werden. Dies treffe einen großen Teil der Patienten auf dem Ringgenhof und damit auch die Klinik, die als Rehaträger mit vielen anderen Kostenträgern in Kontakt treten müsste. Des Weiteren kritisierte Rau eine "Reha nach Kassenlage" und überreichte Mappus ein Positionspapier mit wichtigen Themen und Forderungen der Zieglerschen. Der Ministerpräsident bedankte sich für den herzlichen Empfang und teilte mit, dass er hier ganz direkt wertvolle Informationen erhalten habe, an die er sonst im Alltagsgeschäft nicht komme.

Text und Foto: Harald Dubyk

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